Bericht Frühlingswanderung, siehe Anlässe / Wanderungen
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TVU SfA Herbstwanderung
12. September 2025
Bericht
Als am Morgen mein Wecker rasselte, vernahm ich noch andere Geräusche, es regnete! Also Handy einschalten und hoffen, dass keine Abmeldungen aufpoppen. Diese Befürchtung hielt aber – zum Glück – nicht lange an, denn alle Angemeldeten standen am Treffpunkt bereit und etwas später waren wir fröhlich plaudernd unterwegs ins Bündnerland und bestaunten durch die Ruinaulta /

Rheinschlucht die bizarren Geröll-Türmli links und rechts der Bahnstrecke, Rückstände des Flimser Felssturzes. Erfreulicherweise wurde das Wetter zunehmend freundlicher. In Disentis angelangt, waren es nur ein paar

Treppenstufen zum einladenden Café Goldmann, wo wir auf der Sonnenterrasse bei hemdsärmeligen Temperaturen Kaffee, Nusstorte oder Gipfeli genossen. Ausschliesslich zufriedene Gesichter signalisierten mir Zufriedenheit rundum. Kurz erklärte ich noch ein paar Details zum Programm. Soweit so gut. Einzig meine Frage, wer Lust hätte über die bevorstehende Wanderung einen Bericht zu verfassen, löste wenig Begeisterung aus! Nach dem Aufbruch hörte ich ein paar Mal «das war ein schöner Auftakt» was mich natürlich freute. Weil der im Programm vorgesehene Stallbesuch im nahegelegenen Klosterbetrieb nicht möglich war, zumal die Kühe noch auf der Alp weilten, begnügten wir uns mit anderen Glockentönen, denjenigen des Glockenspiels mit 20 unterschiedlichen Glocken und mechanischer Klaviatur nahe der katholischen Kirche.

Etwas später besuchten wir die historische Kapelle Sontga Gada am alten Lukmanierweg.


Das kleine Kirchlein mit drei Absiden versetzte uns erneut ins Staunen ob der gut erhaltenen Freskenmalereien. Als ich kurz über das Martyrium der hl. Agatha, der Patronin dieser Kirche berichtete, wurde es auffallend ruhig, als könnten alle den Folter-Schmerz, den sie ertragen musste, fühlen. Unmittelbar nach diesem historischen Höhepunkt folgte ein technischer.

La Pendenta, «die Schwebende», die im letzten November eröffnet wurde ist mit 270 m die längste Hängebrücke im Kanton und in der Mitte ziemlich genau 100 m über dem Vorderrhein. Beachtliche Ingenieurkunst! Nach dem Abstieg zum Rhein auf der Nordseite unterwanderten wir diese und folgten dem einmal ganz ruhigen und dann wieder gefährlich wilden Vorderrhein. Beim Camping-Platz Disentis Bogn fanden wir passende Bänkli für unsere Mittagsrast.

Die wärmende Holzwand im Rücken hätte zum Verweilen eingeladen, aber wir mussten weiter. Einmal rechts, dann wieder links des Rheins wanderten wir zum Weiler Disla. Ein kleiner, zu Disentis gehörender Ort mit historischen Handwerksbetrieben. Allesamt waren sie mit Wasserrädern angetrieben, also schon damals nachhaltig aufgestellt. Etwas später machten wir nochmals kurz Pause in Madernal. Beim Kraftwerk begann dann die letzte Etappe. Ein Bergweg durch leuchtende, bemooste Wälder mit kurzen Aufstiegen auf schmalen Pfaden und ebensolchen wieder abwärts zum Rhein.


Irgendwie mussten wir ja auf die vorgegebenen Höhenmeter kommen! Schweisstreibende Anstiege wurden durch aufwendige, besondere Holzkunstwerke abwärts kompensiert. Schliesslich erreichten wir alle mühelos den Ort Cumpadials und ein paar Minuten später unser Ziel, den Bahnhof Sumvitg-Cumpadials. Im nahegelegenen Beizli Ustria dalla Staziun reichte die Zeit noch gut für eine Erfrischung bevor wir uns auf den Heimweg machten. Susanne und Peter, die erstmals mitwanderten, übernahmen in verdankenswerter Weise die gesamte Runde.


Für mich war es ein schöner Wandertag in motivierter, aufgestellter Gesellschaft. Schade, dass unser Präsident Toni nicht dabei sein konnte.
Kurt Wissmann